2017 fragte Shopify sechs Experten aus Deutschland und der Schweiz nach ihren Empfehlungen für einen neuen Onlineshop. Ich war für vinofy dabei. Meine Antwort begann beim Gesamtkonzept: realistische Erwartungen, überschaubar starten und auch die Zeit nach der Eröffnung finanzieren. Der damalige Beitrag im Shopify-Blog ist weiterhin nachlesbar.
Diese Fragen gehören für mich auch heute an den Anfang. Bevor wir über Gestaltung oder zusätzliche Funktionen sprechen, muss klar sein, was der Shop für das Unternehmen leisten soll.
1. Ein Angebot, das Kunden verstehen.
Was verkaufen wir, für wen ist es gedacht und warum soll jemand gerade hier kaufen? Eine verständliche Antwort hilft bei fast jeder späteren Entscheidung: beim Sortiment, bei Produkttexten und beim Aufbau der Navigation.
Bei einem kleinen Sortiment lässt sich das gut prüfen: Kann eine Person ohne Vorwissen erkennen, was angeboten wird, was sie bekommt und welches Produkt zu ihr passt? Bleiben dabei Fragen offen, müssen zuerst die Inhalte besser werden.
2. Das Budget reicht über die Eröffnung hinaus.
Ein sinnvoller Kostenplan umfasst neben der Einrichtung auch Pflege, Kundenservice und die Gewinnung von Besuchern. Dazu kommen Aufgaben wie Produktfotografie, Versandvorbereitung und die laufende Arbeit am Sortiment.
Ich würde deshalb vor dem Start drei Listen anlegen: einmalige Ausgaben, monatliche Kosten und Aufgaben mit einem festen Zeitbedarf. So wird früh sichtbar, ob das Vorhaben im Alltag tragfähig ist.
3. Einen klaren ersten Umfang festlegen.
Für die erste Version braucht es ein verständliches Angebot und einen verlässlichen Bestellablauf. Welche zusätzlichen Funktionen notwendig sind, sollte sich aus konkreten Aufgaben ergeben. Zu jeder geplanten App gehört deshalb eine einfache Frage: Welches Problem löst sie für Kunden oder für den Betrieb?
Ein überschaubarer Start erleichtert auch die Auswertung. Wenn sich gleichzeitig Sortiment, Gestaltung, Versandmodell und Werbung ändern, ist schwer zu erkennen, welche Entscheidung tatsächlich geholfen hat.
4. Den Weg einer Bestellung durchspielen.
Produkt finden, Informationen verstehen, Variante wählen, bestellen: Schon dieser Weg lässt sich mit einigen Personen auf ihren eigenen Smartphones beobachten. Danach folgt die betriebliche Seite. Wer bearbeitet die Bestellung? Wie kommen Rechnung, Paket und eine mögliche Rückfrage zusammen?
Solche Prüfungen liefern konkrete nächste Schritte. Eine Beratung sollte am Ende zu Entscheidungen führen, mit denen ein Unternehmen arbeiten kann.